Dieser Luxuskonzern wächst seit Jahrzehnten zweistellig - Ist die Aktie nach 50 % Kurseinbruch nun kaufenswert?
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Noch vor wenigen Jahren waren Aktien aus dem Luxusmodesegment, wie Hermès, LVMH oder Kering, an der Börse heiß begehrt.
Heute scheinen viele dieser Wertpapiere ihren Glanz verloren zu haben. Das zeigt die Entwicklung der Aktienkurse dieser Konzerne über die letzten drei Jahre deutlich:

Keiner der fünf Werte befindet sich nach drei Jahren im Plus. Die Kursverluste reichen von -24 % (Hermès) bis -48 % (Kering).
Für antizyklische Investoren, die nach zu stark abgestraften Aktien suchen, kann diese Branche jedoch nun eine Chance darstellen.
Daher haben wir uns für unsere Analyse die Aktien vom Konzern Hermès ausgesucht. Neben einem sehr starken Dividendenwachstum in Höhe von durchschnittlich 18 % pro Jahr (über die letzten 10 Jahre), besitzt Hermès eine der stärksten und somit sichersten Bilanzen innerhalb der Branche.
Zusätzlich konnte Hermès gegenüber den anderen Unternehmen innerhalb der letzten drei Jahre mit das höchsten Umsatzwachstum im Luxusmodegeschäft vorweisen.
Dennoch wurde die Aktie innerhalb der letzten sechs Monate am stärksten am Markt abgestraft und befindet sich momentan 50 % vom Allzeithoch entfernt.
Das Interessante daran: Innerhalb der letzten 15 Jahre kam solch ein Einbruch bei der Hermès Aktie nur einmal vor. Bietet das jetzt die perfekte Gelegenheit zuzugreifen?
Übersicht
| Hermès | |
| Aktienkurs | 1.405 € |
| Marktkapitalisierung | 147 Milliarden € |
| Umsatz 2025 | 16 Milliarden € |
| Gewinn 2025 | 4,5 Milliarden € |
| Dividendenrendite | 1,28 % |
| Dividendenwachstum 10 Y | 18,3 % |
| Ausschüttungsquote Gewinn (bereinigter FCF) | 41,7 % (39,1 %) |
| KGV (TTM) | 32,7 |
Warum ist die Aktie so stark eingebrochen?
Folgende Faktoren stecken hinter dem Einbruch der Hermès Aktie:
- Extrem hohe Ausgangsbewertung
Die Aktie war Anfang 2025 auf Basis jahrelanger Rekordwachstumsraten (Corona, Inflation – nichts schien Hermès zu bremsen) extrem hoch bewertet. Bei einer derart "für Perfektion" gepreisten Aktie reichen schon kleine Enttäuschungen, um heftige Kurskorrekturen auszulösen. - Abkühlung des globalen Luxusmarktes
Der größte strukturelle Treiber ist eine abgekühlte Stimmung im weltweiten Luxusmarkt, allen voran in Asien (nach Jahren nahezu ununterbrochenen Wachstums). Das betrifft nicht nur Hermès, sondern die gesamte Branche. - Zölle und geopolitische Spannungen
Steigende Importzölle in den USA und China belasten die Margen, da Luxuskonzerne ihre Produktion kaum verlagern können, ohne das Qualitätsversprechen zu beschädigen. Zusätzlich belastet der Nahost-Konflikt eine Region, die zuletzt einer der verlässlichsten Wachstumspole war.
Die Psychologie hinter Luxusmarken
Um zu verstehen, warum Unternehmen aus der Luxusbranche interessante Investments sein können, müssen wir zuerst die Frage beantworten, warum Menschen deren Produkte überhaupt kaufen. Schließlich ist niemand gezwungen für eine Handtasche mehrere tausend bis zehntausende Euro auszugeben, wenn es unzählige Handtaschen für unter 100 € gibt.
Der Reiz nach Luxusartikeln basiert in den meisten Fällen nicht auf analytischen und logischen Argumenten, sondern hängt fast ausschließlich von psychologischen Faktoren ab. Diese sind überwiegend evolutionär bedingt, tief im Menschen verwurzelt und haben deshalb einen so starken Einfluss auf uns.
Die offensichtlichste Antwort ist, dass Luxuskunden diese Produkte als Statussymbol kaufen, um andere Menschen zu beeindrucken, Anerkennung zu erhalten und Reichtum auszustrahlen.
Auch wenn diese Erklärung häufig zutreffen mag, ist diese nur die oberste Schicht des Eisbergs. Denn wenn es die einzige Erklärung wäre, würde wohl eine überzeugende Fake-Handtasche für viele genügen, um die gleichen Emotionen zu erreichen.
Dennoch erleben viele Träger von Fälschungen ein ungutes Gefühl beim Verwenden dieser Produkte. Das mag daran liegen, dass sie selber nicht stolz auf sich und die Tasche sein können, da es sich nur um ein Imitat handelt. Es fühlt sich an wie etwas vorzugeben, was man selber gar nicht ist. Die psychologischen Gründe reichen daher deutlich tiefer:
DivvyDiary